FAQ – Erste Schritte – Praxistipps – Begriffe schnell erklärt


Wichtig 25Sicherheit steht bei uns an erster Stelle!

SicherheitLesen Sie bitte vor der ersten Verwendung unsere Sicherheitshinweise genau durch, um eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung Ihres 3D-Druckers zu gewährleisten! Die Beschreibungen in den Handbüchern basieren i.d.R. auf den Standardeinstellungen des Gerätes. Weiterführende Informationen möchten wir Ihnen auch mit unseren Praxistipps liefern.

  • Hohe_TemperaturWährend des Zeitraums, in welcher der 3D-Drucker arbeitet als auch direkt nach Beendigung des Druckvorgangs sind die (ggf. beheizbare) Druckplattform, die Düse und das gedruckte Modell noch heiß! Um Verbrennungen zu vermeiden, sollten Sie die Düse, die Druckplattform und das Druckmodell nicht ohne Schutz berühren! Dies sichert auch das Druckmodell vor einer ungewollten Verformung.
  • Bitte fassen Sie die Düse und die Druckplattform auch nicht mit Handschuhen an, wenn diese noch beheizt sind!
  • Beim Abnehmen der Stützstruktur muss immer eine Schutzbrille getragen werden, dies gilt insbesondere, wenn als Druckmaterial beispielsweise PLA verwendet wird.
  • Während des Drucks kann vom erhitzten Druckmaterial (Filament) ein schwacher Geruch erzeugt werden. Es wird dringend empfohlen, den Raum gut zu belüften.
  • Betreiben Sie den 3D-Drucker niemals unbeaufsichtigt.
  • Der Drucker darf keiner Feuchtigkeit / Flüssigkeit ausgesetzt sein, andernfalls können Schäden am Gerät verursacht werden.
  • Unsere angebotenen 3D-Drucker dürfen nur mit den vom Hersteller beigefügten Netzteilen betrieben werden. Bei anderen Netzteilen besteht Brandgefahr und Sie können den Drucker dadurch beschädigen!

Erste Schritte – Mit wenigen Handgriffen einsatzbereit
  1. Bevor Sie Ihren 3D-Drucker erstmals benutzen, überprüfen Sie bitte den Inhalt des Pakets.
  2. Lesen Sie sich bitte vor der ersten Verwendung das Handbuch genau durch, um eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung Ihres 3D-Druckers zu gewährleisten!
  3. Sie müssen lediglich und je nach Modell noch einige Zubehörteile wie beispielsweise den Filament-Spulenhalter am Drucker einhängen, die Druckplattform (Druckbett) einsetzen, ggf. Sicherungsbänder, welche den Transportwagen des Extruders sichern (Versandsicherung), entfernen und anschließend die Stromversorgung herstellen – fast fertig.
  4. Unsere Drucker sind i.d.R. Fertiggeräte und bereits werkseitig voreingestellt. Allerdings kann es transportbedingt zu einer Dejustage der Druckplattform kommen. Deshalb ist es notwendig, die Kalibrierung der Druckplattform vor Erstinbetriebnahme durchzuführen! Beachten Sie auch bitte, dass jeder 3D-Drucker beim Hersteller einer technischen Funktionskontrolle unterzogen wird. Somit kann sich systembedingt noch Filament im Extruder befinden. Dies stellt kein Mangel des Produktes dar.
  5. Installieren Sie nun die mitgelieferte Druck-Software wie beispielsweise Cura, Repetier Host bzw. Z-Suite.
  6. KlemmgefahrZu den wichtigsten Punkten, die berücksichtigt werden müssen, gehört die korrekte Einstellung der Druckplattform. Per Softwaresteuerung bzw. über einen integrierten LCD-Controller kann die Druckplattform justiert werden. Bei einem 3D-Drucker mit Dual-Extruder ist diese Einstellung noch wichtiger, als bei einem Drucker mit Single-Druckkopf. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um Ihren gerade erworbenen Drucker korrekt zu kalibrieren. Während dieses Vorgangs wird die Distanz zwischen Extruder und Druckplatte so eingestellt, dass der Spalt an allen Abgleichpunkten identisch ist. Sofern vom Hersteller nicht anders angegeben, ist der optimale Spalt zwischen Extruder und Druckplatte ca. 0,2 mm bzw. zwei Blatt (80g) Papier. Warum ist das so wichtig? Wenn die Düse des Extruders zu weit von der Druckplattform entfernt ist oder wenn ein Abgleichpunkt sich näher befindet als ein anderes, ist es wahrscheinlich, dass Ihre 3D-Druckmodelle nicht korrekt haften bzw. fehlerhaft gedruckt werden. Wenn die Düse sich zu nahe bei der Plattform befindet, kann des Filaments den Extruderausgang blockieren, diesen beschädigen und die Druckplattform zerkratzen.
  7. Weil 3D-Drucker durch Ihre X, Y und Z Achsen Schwingungen verursachen, sollte die Kalibrierung der Druckplattform regelmäßig vorgenommen werden. Wir empfehlen nach ca. 5 – 7 Ausdrucken die Druckplattform erneut auszurichten. Dies stellt sicher, dass der erforderliche Abstand nicht über- bzw. unterschritten wird. Mit der kommenden Routine werden Sie die Kalibrierung künftig und relativ schnell durchführen.

Nun steht Ihrer Kreativität nichts mehr im Wege und Sie können Ihren ersten Probedruck durchführen. Weitere Hilfestellungen bieten wir Ihnen mit unseren Praxistipps.


Praxistipps
  • Optimaler Spalt zwischen Druckdüse (Extruder) und Drucktisch:

KlemmgefahrBitte lesen Sie sich diesen Punkt genau durch und stellen Sie sicher, dass Sie das Verfahren zum Einstellen der Düsenhöhe verstehen, da dies ausschlaggebend ist! Um erfolgreich zu drucken muss die Druckplattform auf einen Startpunkt in der Z-Position korrekt eingestellt werden.  Beachten Sie aber, dass jeder 3D-Drucker in seinem Aufbau etwas anders ist und der Abstand zwischen der Druckplattform und Düse (Extruder) variieren kann. Wie Sie die Kalibrierung bei Ihrem Drucker vornehmen, erfahren Sie in Ihrer Bedienungsanleitung. Sofern vom Hersteller nicht anders angegeben, ist der optimale Spalt zwischen Düse und Drucktisch ca. 0,2 mm bzw. zwei Blatt 80g Papier. Das Druckbett muss an jedem der Einstellpunkte den gleichen Abstand zur Düse haben. Wie einfach die Einstellung vorgenommen werden kann, möchten wir Ihnen mit zwei Videos, am Beispiel des 3D-Druckers bq – Witbox und am Bausatz des Prusa i3 Hephestos zeigen. Der Abstand zwischen Druckbett und Düse ist also einer der wichtigsten Punkte.

  • Qualität des  Druckmaterials (Filament)

Achten Sie auf die Qualität des  Druckmaterials (Filament). Qualitativ hochwertigeres Filament bedeutet auch weniger Schrumpfneigung. Beim Druck größerer Objekte wirkt sich dies mehr aus, als beim Druck kleinerer Objekte. Für PLA-Filamente benötigt man nicht unbedingt ein Heizbett, aber es druckt sich mit diesem komfortabler. Eine bessere Haftung auf einem unbeheizten Druckbett erzielen Sie beispielsweise mit einem speziellem Kapton-Band (Polyamidklebeband), der Verwendung von 3DLac oder auch durch herkömmliches Haarspray. Sofern Ihr Drucker mit einem Glas-Druckbett ausgestattet ist, empfehlen wir die Verwendung von 3D-Lac. Bei der Verwendung mit ABS-Filament hingegen raten wir dringen dazu, einen 3D-Drucker mit Heizbett einzusetzen!

  • Vor jedem Druck das Druckbett reinigen

Es ist zu beachten, dass vor jedem Druck das Druckbett gereinigt werden sollte. Achten Sie stets darauf, dass das Druckbett Staub- und Fettfrei ist. Hierzu empfiehlt sich beispielsweise herkömmliches Fenster-Reinigungsspray.

  • Perfekt als Druckunterlage und für eine bessere Haftung des Filaments

Die Verwendung von „3M Blue Tape“ oder „3DLAC“dienen perfekt als Druckunterlage und stellen eine bessere Haftung des Filaments auf der Druck-Plattform sicher. Bei der Verwendung von „3M Blue Tape“ kommt hinzu, dass sich das fertige Druckobjekt nach dem Druck deutlich leichter vom der Druck-Plattform ablösen lässt. Nutzen Sie hingegen „3DLAC“, ist es nach dem Druck hilfreich, wenn die Druck-Plattform um das Objekt etwas mit herkömmlichem Glasreiniger angefeuchtet wird – kurz warten und dann das Objekt lösen.

  • Bei der Verwendung von NinjaFlex-Filament

Bei der Verwendung von NinjaFlex-Filament können die gleichen Einstellungen wie bei ABS-Filament verwendet werden. Beim Druck mit Ninjaflex, dass Filament direkt in den Extruder führen, d.h. ggf. den vorhandenen weissen Schlauch (Filamentführung zwischen Spule und Extruder) beim Extruder herausnehmen / entfernen. Auf den blauen Ring (Festos Kupplung) drücken und ziehen. Klemmen Sie den Schlauch hinter den Drucker (einfach aus dem Weg damit). Bei NinjaFlex hilft zudem, wenn Sie das Filament abspulen, um den Zug des Materials nicht zu dehnen. Stellen Sie die Temperatur zwischen 235 bis 240°C ein. Die Druckgeschwindigkeit sollte sehr langsam (erste Schichten mit 20 mm / sec, weiteren Schichten können mit 30-40 mm / sec) eingestellt werden. Die Verwendung von Kapton-Band (Polyamidklebeband), 3DLac oder auch herkömmliches Haarspray sind nicht notwendig, da sich das Objekt sonst sehr schwer vom Druckbett lösen lässt. Schalten Sie dann noch die „Retraction“ in der Software aus. Viel Erfolg – Sie werden von den NinjaFlex-Objekten begeistert sein! NinjaFlex-Filament ist aktuell nicht mit dem iRapid “BLACK” und German RepRap “NEO” kompatibel!

  • Drucken großer Objekte (X, Y Achse) oder hoher Objekte (Z Achse)

Große 3D-Drucke sind wirklich nicht ganz leicht umzusetzen und Ihre ersten Druckobjekte sollten daher lieber eher klein ausfallen. Sammeln Sie erst Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Drucker und der Software. Bei großen Objekten berücksichtigen Sie bitte folgende Punkte: Ein optimaler Spalt zwischen Druckdüse und Druckbett ist wichtig. Das Druckbett muss an jedem der Einstellpunkte den gleichen Abstand (ca. 0,2 mm) zur Düse aufweisen. Wenn Sie noch Platz für einen Rand (Brim) haben, dann drucken Sie große oder hohe Modelle immer mit einem Rand – Dies sorgt für eine bessere Haftung an den Rändern und verhindert auch, dass sich das Modell oder der Objektrand während des Drucks vom Druckbett löst. Auch sollten die ersten Schichten Ihrer Objekte sehr langsam gedruckt werden – Wir haben die Druckgeschwindigkeit auf ca. 20 % reduziert. Die Einstellungen bzgl. Rand und Druckgeschwindigkeit können über die Software vorgenommen werden. Es ist weiterhin zu beachten, dass vor jedem Druck das Druckbett absolut Fettfrei sein muss. Hierzu empfiehlt sich beispielsweise herkömmliches Fenster-Reinigungsspray. Zur besseren Haftung besprühen Sie das Druckbett mit 3D-Lac.

  • Kleine oder schmale bzw. hohe Teile drucken

Wenn Sie kleine oder schmale bzw. hohe Teile drucken wollen, muss das gedruckte Filament möglichst schnell abgekühlt werden, damit es einen sauberen Druck gibt. Ein Drucker sollte also ggf. die Option einer zusätzlichen Kühlung bieten.

  • Druckgeschwindigkeit

Bei vielen Druckern ist ab Werk eine Druckgeschwindigkeit von 100% eingestellt. Reduzieren Sie die Druckgeschwindigkeit auf einen Wert zwischen 80 – 60%. Der Druck dauert zwar etwas länger, aber auch hiermit können ggf. Fehldrucke vermeiden werden und das Druckbild kann besser aussehen. Bei großen Objekten sollten die ersten Schichten Ihrer Objekte sehr langsam gedruckt werden – Wir haben hier unsere Druckgeschwindigkeit auf 20 % reduziert. Die Einstellungen bzgl. Die Druckgeschwindigkeit kann über die Software voreingestellt werden.

  • Korrekte Einstellung der Drucktemperatur

Achten Sie auf die korrekte Einstellung der Drucktemperatur. Eine Empfehlung der optimalen Drucktemperaturen, der auf otto.de angebotenen Filamente entnehmen Sie bitte der Rubrik Filament.

  • Ohne PC drucken

Wem es wichtig ist, auch ohne PC drucken zu können, der benötigt einen Stand-Alone-Drucker. Hier gibt es unterschiedliche Varianten, vom einfachen LCD-Display mit SD-Kartenslot zur Datenübertragung bis zum Farb-Display mit WLAN-Anbindung. Das Objekt muss zuvor von einer STL-Datei in einen für den 3D-Druck erforderlichen gcode umgewandelt werden.

  • 2-Farb-Druckkopf bzw. Dual-Extruder

Üblicherweise können 3D-Drucker nur einen einzigen Stoff verarbeiten. Doch selbst ein schlichtes Objekt wie z.B. ein Leuchtturm bestehen meist aus mindestens zwei Farben / Materialien. Hier bieten inzwischen einige Hersteller Abhilfe an und stellen 3D-Drucker mit zwei oder mehr Druckköpfen her, auch Dual- oder Triple-Extruder genannt. Hiermit kann nicht nur mit zwei oder drei unterschiedlichen Materialien (Filament) oder Farben gleichzeitig gedruckt werden, sondern auch komplexere Bauteile mit einer Farbe plus wasserlöslichem Stützmaterial (PVA-Filament).

  • Vorlagen aus dem Internet verwenden

Beachten Sie, dass nicht jedes als Vorlage heruntergeladene Modell tadellos ist! Einige Modelle sind fehlerhaft und müssen vor dem Druck geprüft werden. Der Druckerfolg ist zum großen Teil davon abhängig, ob das 3D Modell druckgerecht konstruiert worden ist. Um dies zu überprüfen, bieten sich beispielsweise “Netfabb Studio Basic” oder “VisCAM View” an. Damit lassen sich Objekte prüfen und sogar hinsichtlich ihrer Druckfähigkeit optimieren. Geringfügige Korrekturen wie z.B. das Modell „Flach legen“ oder „Auf der Plattform zentrieren“ können auch mit der mitgelieferten Druckersoftware, welche das heruntergeladene Modell von einer stl.-Datei in den benötigten gcode wandelt, vorgenommen werden. Weiterhin kann hier noch die Größe mit „Skalieren“, die Wandstärke, die Schichthöhe (Qualität), die Druckgeschwindigkeit und die Fülldichte anpasst werden. Die Fülldichte (Infill) beeinflusst nicht die Oberfläche ihres Druckobjektes, sondern bestimmt nur wie fest oder stabil Ihr Modell werden soll.

  • Wartungsarbeiten

3D-Drucker sind technisch anspruchsvoll. Man sollte bedenken, dass  bei einem 3D-Drucker, anders als bei gewöhnlichen Tintenstrahl- oder Laserdruckern mitunter einige Wartungsarbeiten notwendig sind. So muss ein 3D-Drucker regelmäßig für kleinere “Reparaturen”, wie z.B. das Reinigen einer verstopften Druckdüse (Extruder) auseinandergebaut werden, um auf lange Sicht die gewünschten Druckergebnisse zu erzielen. Wie diese Wartung / Reinigung an Ihrem Drucker durchgeführt wird, entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung.

Sollte dieser Vorgang nicht beschrieben sein oder Sie benötigen weiterführende Hilfestellung, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.


Druckverfahren FFF / FDM* bedeutet zu Deutsch Schmelzschichtung

Für den Hobby und Semi-Professionellen Bereich findet derzeit das FDM*- (Fused Deposition Modeling) bzw. auch FFF- (Fused Filament Fabrication) genannte Druckverfahren seine Anwendung. Hierbei handelt es sich um ein additives Fertigungsverfahren, bei dem thermoplastische Kunststoffe in einer beheizten Düse (Extruder) aufgeschmolzen und in X- und Y-Richtung durch den Druckkopf auf die Druckplattform aufgetragen werden. Das ausgetretene Material (Filament) verfestigt sich und durch thermisches Verschmelzen verbunden. Durch Absenken der Plattform in Z-Richtung entsteht so langsam das gewünschte 3D-Objekt, Schicht für Schicht.

Ganz einfach ausgedrückt, stellt ein 3D-Drucker in seinen Ansätzen eine Art bewegliche Heißklebepistole dar.

Welche Materialien stehen zur Verfügung

Alle möglichen thermoplastischen Kunststoffe  wie z.B. PLA, Arnitel-PLA, NinjaFlex, PVA, ABS und NYLON aber auch flüssige lichtempfindliche Photopolymere wie Kunstharze und Resine. Mit aufwendigeren Verfahren (derzeit jedoch nur im professionellen Bereich) können auch Keramik, Holz, Silikon und Metalle gedruckt werden. Das Filament wird in verschiedenen (auch fluoreszierenden) Farben angeboten. Siehe hierzu unter „Filament – PLA, Arnitel – flexibles PLA, NinjaFlex, PVA, LAYWOOD (Woody) und ABS

Welches Filament und somit welcher 3D-Drucker?

PLA ist das Filament für den Einstieg, den Hausgebrauch und für umweltbewusste Menschen. Als Fortgeschrittener sowie für den Semi- und Professionellen Bereich sollte man sich eher für ABS entscheiden. Objekte mit ABS zeichnen sich besonders für Festigkeit aus und sind strapazierfähig. Dem Einsatz im Außenbereich steht mit ABS-Filament nichts im Wege. Zudem muss man nicht befürchten, dass das Filament zu schnell erweicht oder beschädigt wird. Letztendlich kommt es darauf an, ob man mehr auf eine einfache Verarbeitung (PLA-Filament) oder auf Top-Ergebnisse (ABS-Filament) Wert legt und welchen Verwendungszweck man für die gedruckten Objekte anstrebt. Achten Sie also bereits vor dem Kauf darauf, welches Material Ihr neuer 3D-Drucker verarbeiten kann und soll. Bereits heute gibt es 3D-Drucker, die beide Materialien (PLA- wie auch ABS-Filament) verarbeiten können.

Wie werden die 3D-Objekte an einen Drucker übermittelt

Einige Druckermodelle bieten einen internen Speicherkarten-Schacht. In diesem Fall wird das 3D-Objekt im s.g. “gcode”-Format direkt von der Speicherkarte gelesen und somit autark gedruckt. Anderenfalls wird der 3D-Drucker über USB oder WLan mit dem PC oder Mac verbunden, der für die gesamte Druckzeit jedoch an bleiben muss, um den Druckvorgang nicht zu unterbrechen. Um ein Druckobjekt zu erstellen oder zu bearbeiten, benötigt man eine 3D-CAD-Software wie “SketchUp”, “OpenSCAD”, “Blender”, “Tinkercad”, “AutoCAD” oder “Autodesk 123D” etc. (siehe auch 3D-CAD-Software).

Wie komme ich an druckfähige 3D-Vorlagen – Drei Wege

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  • Online-Datenbanken

Als Basis dient eine 3D-Druckvorlage (Desing-Code) aus einer der vielen Online 3D-Bibliothek*** wie beispielsweise von “Yeggi”, “Wamungo“, “MY MINI FACTORY”, “makeAfind” oder “Thingiverse”. Diese Suchmaschinen, ähnlich wie Google®, haben sich auf 3D Druck-Vorlagen, -Plänen und -Designs spezialisiert. Das einmal geladene STL-Objekt kann man entweder direkt per Druckersoftware (Repetier Host für z.B. German RepRap, iRAPID und Felix Printers oder Cura für die Witbox von bq) an seinen 3D-Drucker im gcode-Format übergeben oder zuvor mit einer 3D-CAD-Software den eigenen Wünschen hin anpassen. Viele dieser Objekte sind für Privatnutzer kostenfrei erhältlich. Eine kleine Auswahl haben wir in unserem Downloadbereich bereitgestellt.

Hinweis 25Hinweis:     Beachten Sie die jeweils geltenden Lizenzrichtlinien für Objekte aus Online-Datenbanken.

  • Icon48_Kit_Ciclop3D-Scanner

Ein 3D-Scanner stellt die optimale Ergänzung für jeden 3D-Druck Begeisterten dar. Der Scan dient als Ausgangspunkt, um ein reales Wunschobjekt zu duplizieren und somit ein dreidimensionales Abbild im Computer zu erzeugen. Mit einer 3D-CAD-Software können Sie das eingescannte Abbild nach Ihren Wünschen weiter bearbeiten und anschließend an den 3D-Drucker übergeben.

  • 3D-CAD-Software
1. Erstellung und Bearbeitung

Sie können jede beliebige 3D-Modelling-CAD-Software nutzen. Lediglich der Export in ein s.g. STL-Format ist erforderlich (nativ oder via Plugin). Mit der Software können Objekte erstellen, ein zuvor eingescanntes oder im Internet heruntergeladenes Objekt weiterbearbeitet und dieses anschließend direkt an den 3D-Drucker übergeben. Auch eine Prüfung, ob das Objekt druckbar ist, ist meist in der Software inbegriffen. Eine weit verbreitete und kostenfreie 3D-CAD-Software ist z.B. „123D-Design“ der Fa. Autodesk. Weitere kostenfreie Programme sind u.a. „MeshMixer“, „Blender“ oder „SketchUp Make 2014“. Mit “SketchUp Make 2014″ von Google können Sie beispielsweise schnell dreidimensionale Skizzen erstellen und diese auch verändern. Texturen und Glaselemente lassen sich beliebig hinzufügen und detailliert gestalten.

Tipp: Mit einer kleinen Kurzanleitung zu TinkerCAD, einem Online 3D-Modelierprogramm möchte Euch bq mit DIWOschnell-mal-was-designen” den Einstieg ins Modellieren aufzeigen.

2. Prüfung

Damit sich ein Objekt drucken lässt, muss es bestimmte Anforderungen erfüllen. Daher sollten Sie unabhängig davon, aus welcher Quelle nun Ihre Druckvorlage stammt, vor jedem 3D-Druck prüfen, ob das Objekt druckbar ist. Kostenfreie Software, die diese Funktionen bieten, sind beispielsweise “Netfabb Studio Basic” oder “VisCAM View”. Damit lassen sich Objekte prüfen und sogar hinsichtlich ihrer Druckfähigkeit optimieren.

3. Zerlegen in Schichten und Übergabe an den 3D-Drucker

Sie benötigen zum 3D-Drucken eine Slicer-Software. Sie zerlegt sozusagen das CAD-Modell in druckbare Schichten und wandelt die STL-Datei aus dem CAD-Programm in einen für den 3D-Druck erforderlichen gcode um. Anschließend kann (wie bei einem Papier-Drucker die Papierausrichtung oder Druckqualität) die Temperatur des Extruders eingestellt oder der 3D-Drucker selbst auch kalibriert werden.

Tipp: 

Kostenloser 3D-Retuscheur von Autodesk (Quelle: heise online – 26.02.2015)

Autodesk Memento erzeugt aus 3D-Scanner-Daten oder Fotoserien texturierte 3D-Oberflächengitter, trennt Objekte vom Hintergrund und exportiert 3D-Dateien. Das können auch andere – doch mit ein paar Spezialitäten zielt die Software auf Profi-Anwender.”

Memento soll laut Hersteller als ein universelles Werkzeug gedacht sein. Mit der Software können aus einem 3D-Scan druckfähige Objekte erzeugt werden. Neben dem Import von Handscannern können 3D-Modelle aus anderen Quellen geöffnet werden, sofern sie in den Standardformaten PLY, STL, OBJ oder als RCM-Datei vorliegen. Weiter sind folgende Anwendungen möglich: Reparatur von Oberflächengitterfehlern, glätten, vereinfachen, erstellen einer neuen Geometrie und das 3D-Modell für den 3D-Druck aufbereiten. Weiterführende Informationen auf Autodesk Memento.

Intuitive App zum Erstellen von 3D-Modellen von Autodesk (Quelle: 3Druck.com – Das Magazin für 3D-Drucktechnologien – 23.03.2015)

Mit Tinkerplay stellt Autodesk eine intuitive App zum Erstellen von 3D-Modellen vor, die sowohl auf mobilen als auch für Desktopgeräten verwendet werden kann.

Die neue Anwendung basiert auf der Modio App, die letztes Jahr von Autodesk gekauft wurde. Damit können vorgefertigte Objekte zu neuen 3D-Modellen zusammengefügt werden, die danach auch fertig für den 3D-Druck exportiert werden können. Autodesk hat der Anwendung einige neue Funktionen und Teile hinzugefügt und unter dem neuen Namen “Tinkerplay”, passend zur Tinkercad Produktfamilie, vorgestellt.Ziel der App ist es, vor allem Kindern einen spielerischen Einstieg in die 3D-Modellierung zu ermöglichen.

Kann ich meine 3D-Druckobjekte nach dem Ausdruck weiterbearbeiten

Ja. Beim bemalen z.B. kommen unterschiedliche Farben in Frage, unter anderem Zweikomponenten-Polyurethanfarbe oder Epoxy Farbe. Für ein gröberes Finish kann auch ein Farbspray direkt aufgetragen werden. Für ein glattes Finish ist eine Polyurethan Grundierung (dient der Versiegelung vom Untergrund und optimiert die Haftung) zu empfehlen. Anschließend anschleifen und Farbspray auftragen. Für beide Verfahren müssen die Objekte sauber sein (vorher mit Wasser abwaschen). Das Objekt lässt sich auch wie herkömmliches Polyamid z.B. durch bohren oder gravieren nachbearbeiten.

Maximale Größe der Druckobjekte

3D-Drucker sind in ihrem Druckvolumen durch die Breite, Länge und Höhe (auch X-, Y- und Z-Achse genannt) begrenzt. Sollen größere Objekte gedruckt werden, muss das Druckprojekt zuvor mit der Software in Teilprojekte zerlegt und anschließend zusammengesetzt werden.

Auflistung möglicher Schichtstärken
  •    50 µm (0,05 mm) bis 100 µm (0,10 mm)              Für kleine Teile
  • 200 µm (0,20 mm) bis 250 µm (0,25 mm)              Für mittelgroße Teile
  • 300 µm (0,30 mm)                                                               Für mittelgroße und große Teile

Hinweis 25Hinweis:     Die Druckzeit steht in Abhängigkeit der gewählten Schichtstärke. Umso kleiner die Schichtstärke, desto länger dauert und umso detailgetreuer ist der Ausdruck.

Wie stabil sind 3D-Ausdrucke

Das kommt ganz auf das verwendete Material (Filament) und die Drucktechnik an. 3D-Drucker für den Hausgebrauch, die thermoplastische Kunststoffe wie PLA verarbeiten, produzieren durchaus belastbare Objekte. Siehe hierzu auch unter Filament und seine Eigenschaften.

Wichtig 25Wichtig:     Sollten Sie jedoch einmal auf die Idee kommen, sich Ihr gerade benötigtes Ersatzteil (z.B. einen Wanddübel oder einen Waschmaschinenfilter) selbst zu drucken, beachten Sie bitte, dass Sie keinen Hersteller für Folgeschäden haftbar machen können. Als Betreiber eines 3D-Druckers sind schließlich Sie der Hersteller des Ersatzteils.

Entstehen beim 3D-Druck giftige Stoffe

Das hängt ganz vom verwendeten Filament ab. PLA-Filament beispielsweise ist ein Biopolymer, hergestellt aus Milchsäuremolekülen und ist somit weitestgehend unbedenklich. ABS-Filament hingegen enthält zu rund 50 Prozent den Kohlenwasserstoff Styrol, der entzündlich und gesundheitsschädlich ist. Beim Drucken mit ABS-Filament sollte man also möglichst wenig von den entstehenden Dämpfen einatmen und für ausreichende Belüftung sorgen.

Wichtig 25Wichtig:     Halten Sie sich bitte an die Herstellerempfehlungen bzgl. Temperaturobergrenzen des verwendeten Filaments.


Begriffe schnell erklärt

STL-Dateien

STL-Format steht für “Surface Tesselation Language” und beschreibt ein Objekt mit Hilfe von Dreiecken. Das STL-Dateiformat enthält die 3D-Daten inkl. der Informationen zu Farben und Materialien.

gcode

Der “gcode” gibt die 3D-Druckpfade und zu druckenden Wege an, die der Extruder abfahren muss, um das gewünschte Objekt zu drucken. Das Format “gcode” benötigen Sie auch für das Drucken ohne PC.

Slicen

Unter Slicen versteht man das Zerlegen des Objektes in die Druckschichten. Während des Drucks werden diese Schichten bis hin zum fertigen Objekt aufeinander aufgetragen und so entsteht Ihr gewünschtes Objekt, Schicht für Schicht.

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Empfohlene Temperatureinstellungen für das Drucken mit unseren Filamenten3D-Druck Zubehör - Gefunden auf OTTO.de

Filament / MaterialSchmelzpunkt *1Extruder Temperatur *2Beheiztes Druckbett *2Beschichtung des Druckbettes *3Formstabil *2
ABS - Acrylnitril-Butadien-Styrolca. 265°Cca. 235 - 265°Cempfohlen, ca. 80 - 115°CCarbon / PET / Kaptonca. 140°C
PLA - Polylactideca. 210°Cca. 190 - 230°Cnicht notwendig, ansonsten ca. 40 - 50°CCarbon / PET / Kapton / Glasca. 60°C
NinjaFlexca. 230°Cca. 235 - 240°Cnicht notwendig, ansonsten ca. 20 - 50°Cnicht notwendigca. 66°C
PVA - Polyvinylalkohol *4ca. 210°Cca. 190 - 220°Cca. 55 - 115°CCarbon / PET / Kapton
LAYWOOD / Woody (Holz)ca. 210°Cca. 195 - 220°Cnicht notwendig, ansonsten ca. 20 - 50°Cnicht notwendig
*1 Herstellerangaben / *2 Erfahrungswerte / *3 Beschichtung des Druckbettes / *4 Material ist hygroskopisch und nicht unbegrenzt lagerfähig

PLA-Filament

ist ein biologisch abbaubares Polymer, das aus Milchsäure (aus Pflanzen wie Mais) hergestellt wird. Dies macht es zu einem idealen Kandidaten für den Einsatz im Privaten 3D-Druck. Es zeichnet sich durch seine sehr gute Farbstabilität und geringen Verzug aus. Des Weiteren besitzt PLA-Filament eine hervorragende UV-Beständigkeit. Die optimale Drucktemperatur dieses Filament liegt bei ca. 190°C bis 230°C.

Noch mehr Infos auf wikipedia – Polylactide

Hinweis 25Hinweis:     Wenn Ihr 3D-Drucker über ein beheizbares Druckbett verfügt, empfiehlt es sich, diese Temperatur auf ca. 40°C bis 50°C einzustellen.

Arnitel Flexibles PLA-Filament

ist ein umweltfreundliches und zugleich revolutionäres gummiähnliches Filament. Es ermöglicht endlich auch das Drucken von flexiblen Objekten wie beispielsweise Spielwaren und Modellen mit einer Soft-Touch-Oberfläche. Die optimale Drucktemperatur für Arnitel Flexiblen PLA-Filamenten liegt bei ca. 210°C.

logo_NF_with ninja_kNinjaFlex-Filament

eröffnet Ihnen die neuen Welten für flexible Ausdrucke mit Low-Tack (speziellen Oberflächenschutz) und easy-to-Feed (leicht zu drücken). NinjaFlex von Fenner Drives, Inc. ist der exklusive Hersteller dieses Filaments, welches extrem flexible und robuste Ausdrucke, mit den heute meistverkauften 3D-Druckern erlaubt. NinjaFlex ist ein speziell hergestelltes thermoplastisches Elastomer (TPE), speziell für alle 3D-Drucker mit Direktantrieb-Extruder. Dieses Filament kann normalerweise mit den gleichen Einstellungen wie ABS verwendet werden. Die spezielle Einstellung der Rückzugslänge und Geschwindigkeit kann je nach Druck die Qualität verbessern. Es kann auch notwendig sein, die Druckgeschwindigkeit auf ca. 30mm/s zu verringern. Die optimale Drucktemperatur für NinjaFlex-Filamente liegt bei ca.  235°C bis 240°C. Es ist REACH und RoHS 2002/95 / EG-Richtlinie konform. >>NinjaFlex-Filament ist aktuell nicht mit dem iRapid “BLACK” und German RepRap “NEO” kompatibel!<<

PVA-Filament

wird vorzugsweise als Stützmaterial von Überhängen eingesetzt. Dieses Filament erlaubt es Ihnen aber auch flexible Objekte / Entwürfe zu drucken. Bei diesem Filament handelt es sich um ein wasserlösliches Stützmaterial (Polyvinylalkohol), welches biologisch abbaubar ist und zudem als “Grünes” Filament unter Naturfreunden bezeichnet wird. Bei 3D-Druckern mit Dual-Extruder kann somit gleichzeitig das Stützmaterial sowie das eigentliche Objekt ausgegeben werden. Die Slicer-Software kann den entsprechenden gcode dafür ausgeben. Das PVA-Filament hat einen Schmelzpunkt von ca. 210°C und lässt sich als Stützmaterial eingesetzt, nach dem Aushärten mit Leitungswasser auflösen. Ein warmes Wasserbad beschleunigt den Prozess. Die Entsorgung kann ohne Umweltschädigung über das normale Abwasser erfolgen.

Hinweis 25Hinweis:     Da dieses Filament die Luftfeuchtigkeit aufnimmt, versenden wir es in Luftdichter Verpackung mit Trockenmittel, so dass es lange nutzbar bleibt. Damit nach langer Lagerung das Material wieder seine volle Konsistenz erhält, empfehlen wir eine Ofentrocknung bei ca. 55°C bis 60 °C.

LAYWOOD (Woody)-Filament

wurde für den Einsatz mit gängigen 3D-Druckern entwickelt und besitzt dieselben thermischen und haptischen Eigenschaften wie beispielsweise PLA-Filament. Die Zusammensetzung besteht aus 30-40% recyceltem Holz und 70-60% Polymer als Bindemittel. Es verleiht Ihren Druckobjekten ein “hölzernes” Aussehen. Durch die Wahl der Extruder-Temperatur zwischen 195°C und 220°C kann die Farbgebung beeinflusst werden. Je höher die Temperatur, desto dunkler das Objekt. Das Filament kann wie Holz gesägt und geschliffen werden. Die optimale Drucktemperatur dieses Filament liegt bei ca. 195°C bis 220°C. Bei LAYWOOD-Filamenten ist ein beheiztes Druckbett nicht notwendig.

ABS-Filament

steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol und ist ein Thermoplast, welches wie der Name bereits vermuten lässt, durch Polymerisation von Acrylnitril, Butadien und Styrol entsteht. ABS-Filamente sind aufgrund ihrer Eigenschaften sehr beliebt bei Produktdesignern, Modellbauern, Prototypenentwicklern sowie vielen weiteren. ABS war der Dauerbrenner der 3D-Druck Community, vor der wachsenden Popularität von PLA-Filament in den letzten Jahren. Die wichtigsten mechanischen Eigenschaften von ABS sind Beständigkeit und Schlagzähigkeit. Die optimale Drucktemperatur für ABS-Filamente liegt bei ca. 235°C bis 265°C. Bei ABS-Filament empfiehlt es sich, ein beheiztes Druckbett zu verwenden.

Noch mehr Infos auf wikipedia – Acrylnitril-Butadien-Styrol

Wichtig 25Wichtig:     Beim Drucken mit ABS-Filament sollte man möglichst wenig von den entstehenden Dämpfen einatmen und für ausreichend Belüftung sorgen! Wichtig ist auch, dass Sie sich an die Temperaturobergrenzen halten – die Hersteller geben in der Regel die zulässigen Verarbeitungstemperaturen an.

Hinweis 25Hinweis für alle Filamente:     

  • Wenn das Filament nicht in Gebrauch ist, bewahren Sie es an einem kühlen und trockenen Ort auf, da es, wie alle anderen Filamente auch, Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen kann. Wenn dies über einen längeren Zeitraum geschieht, kann es die Qualität und Leistungsfähigkeit der Filamente beeinträchtigen.
  • Achten Sie auch bitte darauf, dass Ihre Druckplattform immer vor Beginn des Drucks eben, sauber und ölfrei ist.
  • Beachten Sie bitte, dass die von uns genannten Verarbeitungstemperaturen lediglich Empfehlungen darstellen. Jeder 3D-Drucker hat seine eigenen spezifischen Merkmale und benötigt ggf. eine Feinabstimmung, um ein optimales Druckergebnis zu erzielen.
Stütz- oder Supportmaterial

Ein 3D-Drucker kann nicht in die Luft drucken, daher benötigen Sie für Objekte mit großen Überhängen ein s.g. Stützmaterial oder eine Stützstruktur, die anschließend mechanisch entfernt werden muss. Dieses Supportmaterial dient also als Basis für Ihren eigentlichen 3D-Druck.

Stützmaterial_FelixDer Vorteil bei 3D-Druckern mit Dual-Extruder besteht darin, Sie können die zweite Düse für das Auftragen des Stützmaterials mit auswaschbaren PVA-Filament nutzen. Nach dem Druck kann das PVA-Filament rückstandslos mit Leitungswasser entfernt werden.

Infill

Infill ist das Material im Inneren eines Objektes, also sozusagen die Füllung. Umso mehr Infill im Inneren eines Objektes enthalten ist, desto stabiler wird das Objekt. Somit steigt natürlich auch der Materialverbrauch an Filament. Die Menge des Infills lässt sich mit der 3D-Drucksoftware einstellen.

„Warp“-Effekt

Wie entsteht Warp? Sofern man größere Objekte (X-Y Ebene) drucken möchte, kann der sogenannte Wrap-Effekt, z.B. in Folge zu schneller Abkühlung auftreten. Warping entsteht als Folge ungleichmäßiger Abkühlung oder unterschiedlicher Temperaturen zwischen den einzelnen Druckschichten (Layer). Je größer die Temperaturdifferenz der einzelnen Schichten, desto größer kann die Schrumpfung und der damit verbundene „Warp“-Effekt eintreten.

Abhilfe des „Warp“-Effekts schafft beispielsweise die regelmäßige Reinigung der Druck-Plattform, dass Drucken mit weniger Füllung (Infill) oder der Einsatz von s.g. „3M Blue Tape“ oder „3DLAC“. Wenn Sie noch Platz für einen Rand (Brim) haben, dann drucken Sie große oder hohe Modelle immer mit einem Rand – Dies sorgt für eine bessere Haftung an den Rändern und verhindert zudem, dass sich das Objekt während des Drucks vom Druckbett lösen kann. Eine kalte Umgebungstemperatur fördert den selbstversteifenden Effekt im Druckobjekt. Daher stellt eine Raumtemperatur zwischen 20-25°C einen notwendig gemeinsamen Nenner beim 3D-Druck dar.

Generell empfehlen wir für den Druck großer Objekte, 3D-Drucker mit einem beheizten Bauraum einzusetzen. Das Druckobjekt wir auf einer konstant hohen Temperatur gehalten und danach langsam abgekühlt. Bei der Verwendung von ABS-Filament sollten Sie dringend darauf achten, dass Ihr Drucker zudem über eine beheizte Druck-Plattform verfügt. Bei PLA-Filament hingegen ist dieser Effekt nur minimal oder gar nicht festzustellen.

Nutzen Sie einen Drucker mit einer Glas- bzw. sehr glatten Druck-Plattform, empfehlen wir zwecks besserer Haftung, die Verwendung von „3M Blue Tape“ oder „3DLAC“.

Beheizbares Druckbett

B_DruckbettMit einem beheizbaren Druckbett kann bei Verwendung von ABS-Filament auftretendes “Warping” (Materialverformung) minimiert werden. Bevor der Druck gestartet wird, sollte das beheizbare Druckbett auf ca. 80°C bis 110°C vorgeheizt werden. Bei ABS-Filament empfiehlt es sich, die Temperatur des Druckbetts auf ca. 100°C bis 110°C einzustellen, da sich bei höheren Temperaturen (ab ca. 110°C) das Druckobjekt wieder verformen kann. Der „Warp“-Effekt würde somit wieder verstärkt werden. Bei PLA-Filament empfiehlt es sich, die Temperatur des Druckbetts auf ca. 40°C bis 50°C einzustellen.

Hinweis 25Hinweis:     Beim Einsatz eines Druckbetts sollte eine regelmäßige Reinigung stattfinden. Hierzu empfiehlt sich beispielsweise herkömmliches Reinigungsspray.

Sind die Filamentfarben UV-echt

Nein, die Farben sind nicht UV-echt. Man kann gedruckte Objekte allerdings mit einem UV-Lack, welcher die UV-Echtheit gewährleistet, nachbehandeln.

Single- bzw. Dual-Extruder

Der Extruder (Druckdüse) enthält Heizspiralen, welche das Filament ein wenig über den Schmelzpunkt erwärmt. Das erwärmte Filament wird kontrolliert durch die Düse gepresst, verbindet sich mit der unteren Schicht  und erhärtet. Mit einem Single-Extruder können einfarbige Modelle gedruckt werden. Doch selbst ein schlichtes Objekt wie z.B. ein Leuchtturm bestehen meist aus mindestens zwei Farben / Materialien. Hier bieten inzwischen einige Hersteller Abhilfe an und stellen 3D-Drucker mit 2-Farb-Druckkopf her, auch Dual-Extruder genannt. Dual-Extruder besitzen den Vorteil, dass diese mit zwei Farben, bzw. mit einer Farbe plus Stützmaterial (PVA-Filament) gleichzeitig drucken können.  Die Düsen- und Heizungseinheit nennt man Hot-End.

Hinweis 25Hinweis:     Alle Extruder, gleich welcher Bauart, unterliegen einer natürlicher Abnutzung beim Drucken. Der Extruder sollte regelmäßig, bestenfalls nach jedem Druck gereinigt werden. Hier bietet sich beispielsweise eine Messingdrahtbürste an. Mit dieser Bürste entfernen Sie vorhandene Filamentreste von der Druckdüse. Sollten sich das Filament nicht entfernen lassen, hilft es auch, wenn Sie vor der Reinigung die Druckdüse kurz anheizen.

Ist der Extruder einmal verstopft, nehmen Sie bitte eine s.g. Akupunkturnadel mit einem Durchmesser von max. 0.4mm und reinigen die damit zuvor aufgeheizte Düse bis der Kanal wieder frei ist. Bei vielen unserer 3D-Drucker sind bereits eine Messingdrahtbürste sowie eine Akupunkturnadel im Lieferumfang enthalten.

Ein Wechsel der Druckdüse ist je nach Beanspruchung nötig. Es kommt aber nicht sehr oft vor, dass der Extruder ausgetauscht werden muss. Die Lebensdauer des Extruders ist u.a. davon abhängig, wie die äußerlichen Randbedingungen sind. Beispielsweise können vermehrter Staub und Schmutz zu einer geringeren Lebensdauer führen.

Hinweis 25Hinweis:     Die Verwendung minderwertiger Verbrauchsmaterialien kann sich nachteilig auf die Lebensdauer des Extruders auswirken. Verwenden Sie daher nur Filament, welches durch den jeweiligen Druckerhersteller empfohlen bzw. freigegeben ist!

LCD-Modul / Controller

Viele 3D-Drucker sind mit einem sog. LCD-Controller und eingebautem Speicherkarten-Schacht ausgestattet. Beides zusammen ermöglicht einen computerunabhängigen Betrieb. So können die zu druckenden 3D-Dateien einfach auf eine Speicherkarte kopiert und der 3D-Druck über den LCD-Controller gestartet werden. Während des 3D-Drucks gibt Ihnen das LCD-Modul statusrelevante Informationen.


*       FDM – „Fused Deposition Modeling“ ist ein von Stratasys geschützter und patentierter Begriff/Verfahren
**    Der Slicer zerlegt das CAD-Modell in druckbare Schichten und wandelt die STL-Datei aus dem CAD-Programm in einen für den 3D-Druck erforderlichen gcode um.
*** Beachten Sie die jeweils geltenden Lizenzrichtlinien für Objekte aus Online-Datenbanken.